Unterschied hochsensibel zu hochsensitiv

Wollen sie den Unterschied zwischen hochsensibel und hochsensitiv erfahren?
Wollen Sie wissen, was diese Begriffe eigentlich bedeuten?

Hochsensibilität oder Hochsensitivität?

Hochsensibilität oder Hochsensitivität? Diese Frage stellen sich viele angesichts der Begriffsverwirrung, die in der Übersetzung aus dem Englischen entstanden ist!

Elaine Aron, die als erste das Phänomen HSP beschrieben hat, nennt es „High sensitive Personality“, was wörtlich übersetzt „Hochsensitive Persönlichkeit“ heißen würde. Allerdings sprechen wir im deutschsprachigen Raum von „Hochsensiblen Personen“.

Worin unterscheiden sich nun diese beiden Anlagen?

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Hochsensibilität

Hochsensibilität bezeichnet die erhöhte Empfindsamkeit unserer fünf körperlichen Sinne: Sehen, Hören, Spüren, Riechen und Schmecken. Innerhalb dieser haben die meisten Menschen einen Hauptsinn, der im Vordergrund steht und die anderen dominiert. So wird etwa in der NLP Ausbildung (NLP = Neurolinguistisches Programmieren) darauf besonderes Augenmerk gelegt; weil über diesen Hauptsinn leichter therapeutischer Zugang (Rapport) zum Patienten zu finden ist.

Bei den meisten Menschen in unserem Kulturkreis ist der Gesichtssinn dominant. Diesen bezeichnet Joachim Ernst Behrendt in seinem sehr empfehlenswerten Buch „Nada Brahma – die Welt ist Klang“ als eher männlichen Yang-Sinn. Wir werfen aktiv einen Blick in die Welt. Die anderen Sinne, so erklärt er weiter, seien eher weibliche Yin-Sinne. Beim Riechen, Schmecken und Hören holen die Welt in uns herein. Interessanterweise sind auch die entsprechenden Sinnesorgane höhlenartig – also auch von der Signatur her yin.

Allerdings kann sich unser Hauptsinn ändern oder zumindest erweitern! Einerseits indem wir bewusst jene Sinne, die bisher nicht so im Vordergrund standen, schulen und aktivieren. Andererseits wissen wir, dass erblindete Menschen ihre anderen Sinne schärfen, um ihr optisches Defizit zu kompensieren. Daher hören, riechen, schmecken und fühlen sie meist besonders gut! Und daher sind sie beispielsweise auch besonders einfühlsame Masseure; einfach weil sie ihr Gespür sensibilisiert haben! Genau genommen könnten wir also sagen, sie entwickeln eine neue Hochsensibilität der anderen Sinne.

Damit stellen sich für mich folgende Fragen:

Ist Hochsensibilität nicht tatsächlich eine Anlage, die wir schulen können?

Ist diese Funktion nicht ein zu entfaltendes Potenzial, das uns in die Wiege gelegt wird; und dessen volle Ausprägung wir erst bewusst in Besitz nehmen müssen?

Ist die Empfänglichkeit unserer Sinnesorgane bei unserer Geburt  fertig ausgeprägt?

Bei uns allen in etwa gleich?

Oder gibt es schon a priori Unterschiede?

Sind wir in der Lage, unsere Empfänglichkeit weiter zu schulen und damit unsere Wahrnehmungsfähigkeit auszubauen, zu erweitern – und damit unser Erleben zu bereichern?

Aber haben wir auch die zweifelhafte Möglichkeit, diese Anlage verkümmern zu lassen?

Die damit verbundenen Fähigkeiten zu blockieren?

Im Grunde geht es ja immer um Schwingungen – ob das nun optische oder akustische Eindrücke sind; oder ob das die energetische Ausstrahlung eines Menschen oder die Energie in einem Raum ist!

Und bei Schwingungen unterscheiden wir immer Frequenz und Amplitude. Bei akustischen Signalen entspricht das beispielsweise der Tonhöhe (Frequenz) und der Lautstärke (Amplitude). In beiden Bereichen gibt es für jeden von uns einen verschieden großen hörbaren Bereich.

Akustisch hochsensible Menschen hören also auch schon (für normal Sensible nicht wahrnehmbare) ganz leise Töne; während laute Geräusche (die nicht HSP vielleicht sogar als angenehm empfinden) ihnen unerträglich sind. Aber ihr Gehör nimmt oft auch noch höhere und tiefere Töne wahr als nicht hochsensible Personen. Das lässt sich alles bei einem Hörtest herausfinden.

Olfaktorisch hochsensible Menschen nehmen auch schon ganz feine Gerüche wahr und empfinden intensiven Gestank nicht bloß als unangenehm, sondern als unerträglich! Offenbar brauchen ihre Riechzellen weniger Moleküle, um einen Reiz auszulösen. Aber sie unterscheiden auch verschiedene, sehr feine und subtile Duftnoten, die Normalsensible nicht differenzieren können. Diese Menschen eignen sich daher hervorragend als Sommeliers oder Pafümeure!

Abgesehen davon ist bei ihnen dieses „einen Menschen riechen können – oder auch nicht“, das im Grunde für alle Menschen bis zu einem gewissen Grad gilt, besonders ausgeprägt! Eben fällt mir auch Patrick Süskind  ein, der Autor des Buches „Das Parfum“ – meinem Gefühl nach garantiert ein olfaktorisch Hochsensibler!

Gustatorisch hochsensible Menschen haben einen sehr differenzierten Geschmack und bevorzugen als Gourmets feinere Geschmacksnoten. Es sind oft die Haubenköche und hoch kreativen Köchinnen, deren Speisen sehr kreative Kompositionen sind!

Optisch hochsensible Menschen sind meist lichtempfindlicher als normalsensible und ziehen sanfte, pastellige Farben den grellen, allzu bunten vor! Sie reagieren also schon auf geringere optische Reize und fühlen sich von allzu starken und komplexen Eindrücken leicht überfordert. Hier finden wir vor allem bildende Künstler.

Haptisch hochsensible Menschen sind taktil feinfühliger – vor allem an ihren Fingerspitzen und Handflächen; aber meist auch an der ganzen Hautoberfläche. Sie sind meist auch besonders temperatur-empfindlich und haben eine niedrigere Schmerzschwelle als normalsensible Personen.

Zum Spüren gehört übrigens auch die Kinästhetik. In diesem Bereich hochsensible Menschen haben ein stärkeres Bewegungsempfinden; spüren beispielsweise recht  eindeutig die in manchen Gegenden der Welt fast ständig stattfindenden Erdbeben;  die für andere nicht wahrnehmbar sind. Sie sind begnadete Tänzer und Tänzerinnen!

Und so wie der Großteil der Menschen einen dominanten Sinn hat, so ist auch die Hochsensibilität meist vor allem in einem Sinn stärker ausgeprägt. Kann aber, wie bereits erwähnt, ausgeweitet werden!

Hochsensitivität

Hochsensitivität bezieht sich hingegen auf unsere Übersinne, die über unsere fünf Sinne hinausgehenden, also quasi meta-physischen Sinne. Also das, was man üblicherweise als sechsten und siebten Sinn bezeichnet.

Eine außersinnliche Wahrnehmung wäre beispielsweise die der Aura, also des Energiefeldes, das unseren Körper umgibt – die mittels Aura-Fotografie auch für nicht aurasichtige non HSP sichtbar dargestellt werden kann! Aber es gibt auch hochsensitive Menschen, die aurasichtig sind; die diese Ausstrahlung – und allerlei, was sich darin spiegelt – also mit ihren Augen wahrnehmen können. Oder sehen sie all das mit ihrem dritten Auge?

Nun stellt sich für mich die Frage, ob beispielsweise vor allem optisch hochsensible Menschen einen besseren Zugang zu ihrer Aurasichtigkeit haben als andere?

Und gibt es generell einen graduellen Unterschied in der Empfänglichkeit? Tendieren jene Menschen, die in Bezug auf ihre körperlichen Sinne besonders empfindsam sind (oder geworden sind), auch eher dazu, Schwingungen wahrzunehmen, die uns über unsere fünf Sinne nicht zugänglich sind?

Wie erwähnt, geht es ja immer um Wellen, um Schwingungen, deren Angebot meist ein viel weiteres Spektrum abdeckt, als wir normalerweise wahrnehmen.

Können wir tatsächlich unsere Wahrnehmung erweitern?

Können wir uns für mehr Eindrücke öffnen?

Ähnlich einem qualitativ sehr hochwertigen Radioempfänger, der auch Sender mit sehr schwachen Signalen empfängt; dafür aber sehr sensitiv und damit störanfällig ist?

Ich kenne eine Heilerin, die die Familienaufstellung in der Aura erkennen kann. Könnten wir das alle lernen?

Andere Energetiker können die Aura fühlen und durch ihre Absicht sogar gezielt etwas darin bewirken – etwa die Aurachirurgen. Dazu gibt es Ausbildungen, also scheint das erlernbar zu sein.

Und offenbar gibt es auch feinfühlige Menschen, bei denen das Energiefeld um einen Menschen akustische, olfaktorische und gustatorische Empfindungen erweckt. Die vielleicht auch Gerüche wahrnehmen – mit welchem Sinn auch immer? – die sie an ihre Verstorbenen erinnern; vielleicht so als würden diese ihnen ein olfaktorisch wahrnehmbares Zeichen schicken. Ein Zeichen, das nur für sie wahrnehmbar ist, zuweilen aber auch für andere? All das habe ich bereits erlebt!

Hier kommen wir natürlich in einen Grenzbereich: sind das jetzt hochsensible oder hochsensitive Menschen?

Haben diese Menschen nicht einfach beide Anlagen in sich entwickelt?

Können wir das alle lernen?

Können wir lernen, aurasichtig zu werden?

Und können wir lernen, die Aura einer anderen Person, oder auch unsere eigene, zu fühlen?

Kann das jeder, oder braucht es dafür ein Talent?

Tatsächlich gibt es Schulen dafür! Schulen für Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit und Hellfühligkeit. Aber auch für Fernwahrnehmung!

So ließ etwa der   amerikanische Geheimdienst (in Reaktion auf die entsprechende mediale Spionage der Russen) unter der Bezeichnung „Remote Viewing“ eine Ausbildung zur Fernwahrnehmung entwickeln, die vermutlich nach wie vor zu Zwecken der Spionage angewandt wird; auch wenn die erste Abteilung dafür geschlossen wurde.

Gerade in unserem Zusammenhang scheint es mir interessant zu sein, dass ganz normale Geheimdienst-Mitarbeiter durch intensive Schulung Fernwahrnehmung lernen konnten! Und dieses Wissen dann auch an andere weitergegeben haben – wie etwa Joseph McMoneagle, der auch einige Bücher zu „Remote Viewing“ geschrieben hat.

Sind diese nun hochsensibel? Oder hochsensitiv? Jedenfalls legt das nahe, dass wir im Grunde alle bis zu einem gewissen Grad diese Anlagen in uns haben – als schlummerndes Potenzial quasi, das wir durch Schulung entfalten können!

Diese Schulung kann übrigens ganz unterschiedliche Form annehmen. Beim „Remote Viewing“ gibt es ein akribisch zu befolgendes, recht strenges Protokoll, das der Viewer abarbeiten muss, um sich Zugang zu dieser Fernwahrnehmung zu verschaffen. Aber es gibt, vor allem im englischsprachigen Raum, auch diverse Hellseher-Ausbildungen, die diese Fähigkeit eher über einen meditativen Zugang lehren.

Daraus ergibt sich für mich die Annahme, dass wir alle diese beiden Anlagen als kostbares Potenzial in uns angelegt haben; aber je nachdem, wie unser Leben sich gestaltet, werden wir dazu angeregt, dieses zu entfalten – oder eben nicht.

Allerdings scheint es Menschen zu geben, die diese Anlagen leichter zurücknehmen können. Und wenn wir der offiziellen Angabe glauben dürfen, dann ist das die überwiegende Mehrheit. Derzeit geht man davon aus, dass die Anlage der HSP zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent der Bevölkerung (und zwar quer über den Globus, also in allen Kulturen und bei Frauen und Männern gleichermaßen) betrifft.

Derzeit! Denn ich glaube, wir werden mehr; was leicht auch an den „neuen Kindern“ zu beobachten ist. Sie scheinen mir für Hochsensibilität und vor allem Hochsensitivität weit talentierter zu sein und tun sich um vieles leichter, diese Anlagen zu entfalten, als wir Älteren. Tun sich zugleich aber auch um vieles schwerer, diese Fähigkeiten zu blockieren! Bei ihnen scheint dieses Potenzial geradezu nach Entfaltung zu schreien.

Die Tatsache, dass die Zahl der HSP zunimmt, beruht meinem Gefühl nach aber auch darauf, dass mehr und mehr Erwachsene ihr Potenzial entdecken und dann auch entfalten. Und wenn dieser  Blog und das Buch „HSP Test – bin ich hochsensibel?“ (und alle weiteren unter dem Titel „Hochsensibel das Leben meistern“)  dazu beitragen, dann bin ich höchst dankbar.

Denn, ohne das jetzt zu werten, glaube ich, dass unser Planet mit den neuen Herausforderungen weit mehr von uns braucht. Auch und vor allem in Führungs-Positionen!

Allerdings gibt es heute noch allzu viele, die diese Anlage blockieren und nicht zum Zug kommen zu lassen – und fast hätte ich „leider“ geschrieben. Aber ich möchte das wirklich nicht werten; denn es gibt Berufe, die für unsere Gesellschaft wichtig sind, für die eine hochgradige HSP ganz und gar nicht geeignet ist. Wer würde sich dafür bereit erklären, wenn wir alle unsere Anlage als HSP voll entwickelt hätten?

Jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass ein Mensch, der sein ganzes Berufsleben als non HSP absolviert hat, im höheren Alter und befreit von seinen Verpflichtungen ähnlich einem Perlenfischer in die Tiefe seines Wesens taucht, um seine Hochsensibilität und Hochsensitivität aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Warum sollte das nicht möglich sein? Und ich glaube, diese Vision betrifft vor allem Männer, die sich mit dieser Anlage in unserer Gesellschaft naturgemäß noch schwerer tun als Frauen.

Sie sehen also, ich glaube eher an die Theorie, dass wir alle diese Anlage theoretisch zugänglich hätten, aber der jeweilige Lebensplan eine frühere oder spätere Entfaltung dieses Potenzials nahe legt. Bei manchen Menschen in diesem Leben vielleicht auch gar nicht; und andere wiederum kommen schon mit einer so stark ausgeprägten Veranlagung zur Welt, dass sie ihre HSP gar nicht blockieren und unterdrücken können.

Dazu zählen vor allem die bereits erwähnten „neuen Kinder“, die als „Indigos“, „Kristall-„ oder „Regenbogenkinder“ bezeichnet werden. Den meisten dieser Kinder ist es gar nicht möglich, ihre Anlage zu unterdrücken. Was bei vielen Menschen früherer Generationen im Zuge ihrer Erziehung durchaus passieren konnte – und wohl nach wie vor geschieht; vor allem in der westlichen Welt.

Ich glaube, als Kinder hatten wir alle einen viel direkteren und entspannteren Zugang zu diesen transzendenten Realitäten. Daher nehmen alleingeborene Zwillinge in ihrer frühen Kindheit ihre zweite Hälfte im Jenseits auch meist noch wahr – als einzige. Zumindest so lange, bis man ihnen diese Wahrnehmung abgewöhnt. Den Kindern der neuen Zeit ihre Feinwahrnehmung abzuerziehen ist meiner Erfahrung nach gar nicht möglich – glücklicherweise!

Und das spricht meiner Ansicht nach dafür, dass die Welt mehr und mehr dieser entblockierten und voll entfalteten HSP braucht! Und das ist wohl auch der Grund dafür, dass mehr und mehr Seelengeschwister ihre zur Geburt kommenden Zwillinge in die Inkarnation begleiten. Daher gibt es nach meiner Erfahrung auch immer mehr alleingeborene HSP.

Und wenn Sie in diesem Blog gelandet sind, habe ich stark den Eindruck, dass Sie einer von uns sind. Willkommen im Kreis 🙂 !

Fazit

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Dr. Michelle HAINTZ
Als ursprünglich ausgebildete Medizinerin bin ich heute in der Persönlichkeitsentwicklung tätig. Seit mir klar ist, dass ich selbst hochsensibel und hochsensitiv bin, liegt mein Schwerpunkt in der Beratung und Begleitung von HSP. Vor einigen Jahren bekam ich dann eine weitere Offenbarung: ich bin ein alleingeborener Zwilling! Aber was der Verlust eines Zwillings für das ganze Leben eines Alleingeborenen bedeutet, wurde mir erst nach und nach dank intensiver Forschungen klar. Im Erleben der heilsamen Wirkung all der neuen Einsichten auf mein eigenes Ur-Trauma wurde bald klar, dass ich dieses wertvolle Wissen und all die allgemeingültigen Erfahrungen anderen HSP, die ihre zweite Hälfte verloren haben, weitergeben und sie in die Heilung begleiten möchte: in meinen Büchern, in meinem Blog und in der persönlichen Begleitung!

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Bildquelle Eichhörnchen: © Mr Twister / Fotolia.com