Geben und Nehmen – wie schaffe ich da einen vernünftigen Ausgleich?

geben und nehmen

Geben und Nehmen in eine gesunde Harmonie bringen

In diesem Beitrag geht es um ein Thema, das vor allem für alleingeborene HSP eine Menge Stress bedeutet. Das meist eklatante Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen.

Menschen, die sehr früh ihren Zwilling verloren haben, können meist um vieles besser Geben als Nehmen. Wenn du diesen Artikel liest, nehme ich an, dass du von diesem Phänomen betroffen bist. Aber wenn dir das neu oder noch nicht so vertraut ist, lies meinen Beitrag zum Thema Hochsensibilität und Alleingeburt.

Um dir das eine oder andere Aha-Erlebnis zu bescheren, werde ich dieses Ungleichgewicht in Analogie zu deiner Atmung setzen.

 

Was erwartet dich in diesem Beitrag?

  • Warum sind Geben und Nehmen oft nicht ausgeglichen?
  • Gibt es dafür einen speziellen Grund?
  • Kann ich Ausgleich schaffen, wenn ich die Ursache dieses Ungleichgewichtes verstehe?
  • Ich atme aus und atme ein…
  • Ebenso gebe und nehme ich…
  • Ich schaffe also Ausgleich!
  • Wie erreiche ich einen gesunden Ausgleich in meiner Atmung?
  • Und analog dazu: wie gleiche ich Geben und Nehmen aus?
  • Wie lerne ich, entspannt zu geben?
  • Und wie gelingt es mir, auch einmal offenen Herzens anzunehmen?

 

 

Woher kommt das Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen?

Geben und Nehmen sind in unserer Gesellschaft selten in einem gesunden Ausgleich.

Manche Menschen können etwas zu gut nehmen. Bei ihnen verschiebt sich die Geben und Nehmen Polarität mehr oder weniger stark auf die Nehmen-Seite.

Andere wieder können viel besser geben und tun sich mit dem Annehmen schwer. Auch bei ihnen ist diese Polarität verschoben. Und meiner Erfahrung nach sind das vor allem hochsensible und hochsensitive Menschen, die sehr früh ihren Zwilling verloren haben.

Wobei natürlich vor allem die unbewussten Alleingeborenen mit diesem Ungleichgewicht Stress haben. Ab dem Augenblick, wo wir die Ursache kennen, können wir auch gegensteuern.

Meinem Gefühl nach resultiert dieses Muster vor allem aus unserem mangelnden Selbstwertgefühl. Einen solchen Mangel bestätigen mir praktisch alle HSP. Und dieser ist wiederum eine Folge des Schuldgefühls, das alleingeborenen Zwillingen angeboren scheint.

Mehr zum Thema Selbstwertgefühl bei Alleingeborenen findest du in diesem Buch. 

fülle und wohlstand

Menschen, die sehr früh ihren Zwilling verloren haben, haben das Gefühl, sie seien schuld am frühen Tod ihres Geschwisters.

Diesen Hintergrund zu verstehen, scheint mir enorm wichtig zu sein. Nicht nur generell, sondern vor allem auch, um endlich diese destruktive Einstellung zu durchbrechen. Oft resultiert daraus eine Art Gebe-Krampf.

 

Wie sieht das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen bei dir aus?

Sind Geben und Nehmen in deinem Leben ausgeglichen?

Kannst du gut geben?

Aber ebenso gut auch annehmen?

Oder kennst auch du dieses zwanghafte Geben?

Dem die Unfähigkeit anzunehmen gegenüber steht?

Kannst du auch viel besser geben als nehmen?

Oder beobachtest du ein solches Verhalten bei anderen in deiner Umgebung?

Du weißt vermutlich, dass uns unser eigenes Verhalten, das wir verdrängen, viel leichter an anderen auffällt.

Deshalb stelle ich dir diese Frage:

Fällt dir ein solches Ungleichgewicht immer wieder bei anderen auf?

Dann sieh einfach auch bei dir selbst näher hin. Denn dann könnte hier eine wertvolle Spiegelung wirken…

 

“Ich bin es nicht wert…”

Wenn auch du besser geben als annehmen kannst, bist du damit bei weitem nicht allein!

Und dieses Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen kann ganz unterschiedliche Formen annehmen.

Es reicht von der automatischen Ablehnung von Einladungen und nett gemeinten Komplimenten. Über die Weigerung Hilfe oder Fürsorge anzunehmen. Bis zur geradezu reflexartigen Zurückweisung von Geschenken.

Dahinter steckt das komplexe und sich sehr schlimm anfühlende Gefühl von:

  • Ich bin es nicht wert, dass man mich lobt
  • und ich habe es nicht verdient, dass man mich verwöhnt;
  • ich bin es nicht wert, dass man sich mir widmet
  • und bin es nicht wert, dass man mich wertschätzt;
  • ich habe es nicht verdient, dass man etwas für mich tut
  • und bin es nicht wert, geliebt zu werden;
  • überhaupt bin ich wertlos
  • und habe all das nicht verdient!

Wenn solche Gedanken auch in deinem Kopf ihr Unwesen treiben, dann rate ich dir dringend zu einem Frühjahrsputz. Zu welcher Jahreszeit auch immer 😊 !

 

Wie geht es deinem inneren Kind dabei?

Denn denke immer daran, dass du all das, was du dir selbst antust, zugleich auch deinem inneren Kind zumutest!

Wenn du übrigens mehr über diesen Persönlichkeitsanteil wissen möchtest, dann lies meinen Blogbeitrag “Inneres Kind”!

Was glaubst du, wie es deinem inneren Kind bei solchen lebensfeindlichen, dich selbst entwertenden Gedanken geht?

Fühle einfach tief in dich hinein und nimm wahr, was dabei in deinem inneren Kind vorgeht!

Leidet dieses nicht ganz schlimm angesichts solcher Zurückweisungen?

Und glaubst du, dass solche Gedanken für die erwachsene Person in dir förderlich sind?

Mir ist schon klar, dass das rhetorische Fragen sind. Dennoch stelle ich sie hier recht provokant!

Vielleicht bewegen sie ja etwas in dir…

 

Was haben Geben und Nehmen mit der Atmung zu tun?

Neben dem Argument deines inneren Kindes habe ich noch eine interessante Analogie für dich. Vielleicht gelingt es mir, dich damit zu überzeugen.

Aus meiner Sicht korreliert dieses Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen sehr eng mit unserer Atmung.

Lass mich hier einen scheinbaren Allgemeinplatz vorwegnehmen!

Wir müssen einatmen,

um ausatmen zu können.

Und es braucht zuerst die Ausatmung,

um Raum für die Einatmung zu schaffen.

Scheint dir das allzu logisch zu sein?

Gar nicht der Rede wert?

Nun, warum lebst du es dann nicht, wenn es so logisch ist?

Und glaube mir, ich nehme mich da nicht aus. Was glaubst du, wie lange ich oft im Atmen pausiere, wenn ich sehr konzentriert bin!

 

Ich atme tief, langsam und sehr bewusst!

Aber ich trachte danach, zumindest immer wieder ein paar tiefe Atemzüge einzuschieben. Und achte dabei sehr bewusst darauf, das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen zu wahren.

Dann atme ich sehr, sehr tief aus – und zwar sehr bewusst und langsam.

Analog dazu gebe ich ja auch gern. Und mittlerweile nicht mehr nur automatisch, weil ich gar nicht anders kann. Sondern sehr bewusst mit gegenseitiger Wertschätzung.

Aber dann atme ich ebenso tief wieder ein. Und zwar sehr langsam, damit die elastischen Fasern in meiner Lunge Zeit haben, sich zu dehnen.

Und ebenso wie ich bewusst sehr langsam einatme, so lerne ich nach und nach, auch bewusst anzunehmen.

Genau das möchte ich auch dir ans Herz legen.

 

Wie bewusst atmest du?

Ist dir auch schon einmal aufgefallen, dass du oft viel mehr aus- als einatmest?

Tatsächlich ist auch dieses Ungleichgewicht in der Atmung bei alleingeborenen HSP sehr verbreitet.

Unsere Atmung scheint uns so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht mehr hinterfragen. Dennoch sollten wir das tun!

Oft vergessen wir sogar ganz auf die Atmung. Besonders wenn wir hoch konzentriert sind. Was natürlich keineswegs sinnvoll ist! Denn gerade unter hoher Konzentration brauchen wir besonders viel Sauerstoff!

Hast auch du dich schon einmal ertappt, wie du vergessen hast zu atmen?

Einfach, weil du hoch konzentriert oder sehr aufgeregt warst?

Jedenfalls wäre es ein wesentlicher Schritt, darauf zu achten, dass du dir gerade bei geistiger Arbeit genügend Sauerstoff gönnst!

Und dazu musst du tief einatmen. Am besten nachdem du zuerst möglichst tief ausgeatmet hast.

Erst dadurch schaffst du Raum für frische, mit Sauerstoff gesättigte Luft. Die zu empfangen du dir dann auch erlauben solltest!

 

Alleingeborene HSP atmen oft weit mehr aus als ein

Niemand kann nur ausatmen. Dennoch tun alleingeborene HSP oft genau das. Und zwar sowohl bei der Atmung als auch im übertragenen Sinn.

Indem sie nämlich nur geben, sich ganz und gar verströmen und dabei verausgaben. Und parallel dazu oft weit mehr ausatmen als einzuatmen.

Es gibt ein weiteres interessantes Phänomen in Bezug auf die Atmung. Vielleicht kennst du das auch von dir. Möglicherweise ohne dass es dir je bewusst aufgefallen wäre.

Achte einmal bewusst darauf!

 

Wo liegen die Ruhephasen in deiner Atmung?

In welcher Phase deiner Atmung hast du deine Ruhephase?

Normalerweise atmen wir ja nicht ununterbrochen. Sondern wir haben viel zu oft die Tendenz, bei hoher Konzentration, starker Spannung oder Aufregung den Atem anzuhalten.

Ist dir das schon einmal bewusst aufgefallen?

Achte einmal darauf, wenn du dich das nächste Mal intensiv konzentrierst oder aufgeregt bist!

Nicht umsonst heißt es:

Da bleibt einem der Atem weg!

oder “Mir ist richtig die Luft weggeblieben!

Da es also immer wieder Pausen zwischen der Ein- und der Ausatmung gibt, stellt sich die Frage:

In welcher Phase liegt üblicher Weise deine Pause?

Nach der Einatmung oder nach der Ausatmung?

Kannst du aus deiner Atempause mehr einatmen – hast also mehr ausgeatmet?

Oder kannst du mehr ausatmen – bist also eher in der Einatmung stehen geblieben?

 

Nächtliche Apnoe

Beobachte das vor allem nachts. Vielleicht wachst du auf und merkst, dass du gerade wieder nach Luft schnappst.

Offenbar warst du wieder minutenlang im ausgeatmeten Zustand. Und hast daher für eine ganze Weile viel zu wenig Luft geholt. Also viel zu wenig Sauerstoff bekommen.

Die Medizin spricht von der „Schlaf-Apnoe“, die meist mit intensivem Schnarchen verbunden ist. Und das ist eine Symptomatik, die weit gefährlicher ist, als allgemein angenommen wird.

Nach neuesten Studien führt diese oft zu schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Und dürfte auch das Krebsrisiko erhöhen.

Daher sollte intensives Schnarchen, dem auffällige Tagesmüdigkeit folgt, immer medizinisch abgeklärt werden!

 

Atempause bei alleingeborenen Zwillingen

Meiner Erfahrung nach ist diese Pause bei alleingeborenen Zwillingen meist nach der Ausatmung. Was mit unserer Neigung korreliert, besser Geben  als Annehmen zu können.

Geben ~ Ausatmen und Annehmen ~ Einatmen.

Dann atmen wir meist erst wieder ein, wenn unsere Sauerstoffrezeptoren Not signalisieren.

  • Ertappst du dich selbst immer wieder dabei,
  • viel zu lange in der Ausatmung zu verharren?
  • Und erst wieder Luft zu holen, wenn Sauerstoffnot herrscht?
  • Und generell auch noch meist viel zu wenig zu atmen?
  • Weil deine Atmung allgemein viel zu flach ist?

Dann empfehle ich dir Folgendes:

Erstens atme aus deiner normalen Atemlage einmal ganz bewusst und möglichst langsam ein. So lange wie es dir möglich ist! Dabei wird dir wahrscheinlich auffallen, dass du um vieles weiter einatmen kannst, als du es üblicherweise tust!

Das heißt, du nützt deine Lungenkapazität nicht aus. Damit gönnst du dir viel zu wenig von dem wertvollen Sauerstoff, der dir eigentlich zur Verfügung stünde!

Manches Mal frage ich mich, ob wir nicht viel mehr atmen würden, wenn wir für den Sauerstoff bezahlen müssten…

 

Geh liebevoll mit dir um!

Aber bitte geh liebevoll und nachsichtig mit dir um, wenn du dich bei diesem Verhalten ertappst!

Mach dir deswegen keineswegs Vorwürfe! Sondern erkenne, welches Muster hier wirkt. Und dann ändere deinen Atem-Rhythmus – möglichst mit viel Geduld!

Denn diese Änderung wird nicht von einem Tag zum anderen gehen. Allerdings wird es dir in liebevoller Selbstannahme um vieles leichter fallen, dieses neue Wissen auch tatsächlich umzusetzen.

Frag auch die Menschen in deiner Umgebung, in welcher Phase ihrer Atmung diese pausieren. Die Antworten werden dich wahrscheinlich wundern. Denn die Phase, in der die Atmung ruht, ist meist ein deutliches Indiz für einen Halbzwilling. Oder eben einen Einling!

 

Gewinn aus dem Geben

Ich möchte hier allerdings hinzufügen, dass unser oft geradezu zwanghaftes Geben durchaus auch Gewinn bringt.

Als alleingeborene HSP fühlen wir uns besser, wenn wir reichlich geben können. Wenn wir also viel zu geben haben. Dies steigert unseren Selbstwert; dessen Mangel ja eine unserer großen Schwächen ist.

Mehr zu diesem Thema kannst du übrigens auch in meinem Blogbeitrag zum Thema Selbstwertgefühl nachlesen.

Wenn wir geben können, gewinnen wir für Augenblicke eine Spur von Wert. Und bestätigen uns damit unsere Lebensberechtigung.

Ja, das klingt grausam, ist aber leider so. Alleingeborene haben ständig das Gefühl, sie müssten erst liebenswert sein, um Liebe zu verdienen.

Bestärkt werden wir in unserem einseitigen Verhaltensmuster dann auch noch von weit verbreiteten Sprichwörtern wie:

Geben ist seliger denn nehmen“.

 

Beginne bei der Atmung!

Wenn du dieses Ungleichgewicht harmonisieren möchtest, dann empfehle ich dir, bei deiner Atmung zu beginnen.

Atme sehr wohl auch bewusst aus, um möglichst viel Raum für frische, mit Sauerstoff gesättigte Luft zu schaffen.

Dann atme aber ebenso bewusst und mit viel Genuss ein! Langsam – ganz langsam, damit deine Lunge sich wieder an die neue Ausdehnung gewöhnen kann! So lange, bis es wirklich nicht mehr weiter geht!

Schalte in deinem Alltag immer wieder Pausen ein, in denen du eine Weile sehr bewusst atmest! Möglichst tief aus und dann möglichst tief ein!

Und wundere dich ruhig über das ungeahnte Fassungsvermögen deiner Lunge! Das sich durch bewusst tiefe Atmung übrigens noch erweitern wird. 

Mehr zum Thema Atmen findest du auch in meinem Buch “Müdigkeit? Erschöpfung? Burnout? Nein danke!”

müdigkeit set

 

Liebe atmen

Dabei kannst du dir jeweils vorstellen, dass du im Ausatmen Liebe gibst. Einem bestimmten Gegenüber, das du vor deinem geistigen Auge siehst. Oder auch allgemein der Welt, der Menschheit, dem Universum.

Und im Einatmen nimm Liebe an! Auch diese Liebe kann von einer geliebten Person kommen, die du dir in der Vorstellung vergegenwärtigst. Oder aus dem Universum.

Uns steht in jedem Augenblick unseres Lebens nicht nur ein unermessliches Angebot an Sauerstoff zur Verfügung. Sondern auch an Liebe.

Aus dem wir jederzeit, in jeder Situation, bei jeder Gelegenheit schöpfen können. Aber nur wenn wir uns dafür empfänglich machen.

Energie geht nicht verloren – das hat die Physik uns bewiesen.

 

Liebesenergie

Liebe ist eine Form von Energie. Sie geht also nicht verloren, wenn wir (oder andere) sie ausgestrahlt haben!

So ist auch die Liebe, die irgendjemand uns irgendwann einmal geschenkt hat, nach wie vor für uns da. Ob wir sie damals annehmen konnten oder nicht.

Warum also nicht uns damit verwöhnen?

Liebe verbraucht sich nicht. Und sie wird weder weniger, wenn wir sie annehmen noch wenn wir sie nicht annehmen. Sie also quasi brach liegt.

Ich habe dazu das Bild einer Poste Restante Sendung, die darauf wartet, dass wir sie endlich abholen.

Und dazu eignet sich die Phase der Einatmung geradezu ideal.

Damit holen wir uns nicht nur frischen Sauerstoff. Sondern wir erhöhen zugleich unseren Energiepegel. Denn Liebe ist eine sehr nährende Energieform!

 

Selbstliebe

Natürlich spricht nichts dagegen, außer vielleicht deinem inneren Saboteur, in der Ausatmung auch dir selbst Liebe zu schenken!

Du findest hier übrigens auch einen Blogbeitrag zum Thema Selbstsabotage.

Und nimm in der Einatmung dann auch deine Selbstliebe an! Erlaube deinem inneren Saboteur nicht, dich daran zu hindern!

Klingt das alles zu absurd in deinen Ohren?

Kannst du dir selbst Liebe schenken?

Warum solltest du das nicht tun?

Wer oder was spricht dagegen?

Wenn dir dies in der erwachsenen Form schwer fällt, dann denke dabei an dein inneres Kind!

Sieh ein Foto aus deiner Kindheit vor deinem geistigen Auge! Und schenke dem kleinen Mädchen, dem kleinen Buben all deine Liebe! Du nimmst damit niemandem etwas weg. Aber du tust dir selbst etwas wertvolles Gutes.

Und wenn du meinen Blogbeitrag “inneres Kind” noch nicht gelesen hast, dann möchte ich dich hier noch einmal daran erinnern.

In der Rolle deines inneren Kindes nimmst du deine Eigenliebe auch an. Und das ist enorm heilsam!

 

Beobachte dich im Alltag!

Als nächsten Schritt möchte ich dich dazu anregen, dich im Alltag sehr aufmerksam zu beobachten. Nicht nur in der Atmung.

Sieh dir selbst über die Schulter! Fühle tief in dich selbst hinein, wenn du dich gerade wieder im Gebe-Krampf ertappst!

Ja, so möchte ich das bezeichnen. Es fühlt sich doch wirklich oft wie ein krampfhaftes Geben an.

Empfindest du das ähnlich?

  • Dann allerdings mach dir deshalb keine Vorwürfe, sondern ganz im Gegenteil!
  • Freue dich, dass du wieder eine dieser uralten und destruktiven Reaktionen entdeckt hast!
  • Sei stolz auf deine Aufmerksamkeit und Bewusstheit!
  • Klopfe dir meinetwegen mit einem ehrlichen: „Bravissimo!“ auf die Schulter!
  • Damit machst du deinem inneren Kind eine riesige Freude.
  • Und nimm dich liebevoll in deinem derzeitigen So-Sein an!
  • Dann – und wirklich erst dann – erlaube dir, dich neu zu programmieren!

 

Liebe bringt Selbstheilung in Gang

Heilung geschieht in dem Augenblick, wo du erkannt hast, dass du in alter Manier und nicht besonders liebevoll reagiert hast. Und wenn du dir dennoch oder gerade deshalb deine innigste Liebe schenkst.

Buddha sagte:

„Was immer du tust, liebe dich dafür, dass du es tust!“

Und ich meine: manchmal dürfen wir uns sogar dafür lieben, dass wir uns im Augenblick nicht lieben können 😊.

Mehr zum Thema Selbstliebe findest du übrigens auch in meinem gleichnamigen Blogartikel.

Unsere Empfänglichkeit ist uns zwar als sehr natürliche Qualität angeboren. Aber allzu oft wird sie uns im Laufe unserer Erziehung nach und nach ab erzogen.

Und hier geht es nicht nur um materielle Geschenke – eben auch Sauerstoff! Sondern parallel dazu auch um emotionale und mentale Geschenke.

Geh nachsichtig mit dir selbst um!

Liebe und Selbstliebe sind auch zentrale Themen in meinem Beziehungsbuch für alleingeborene HSP.

beziehungsbuch

 

Annehme-Blockaden lösen

Ertappst du dich dabei, ein liebevolles Angebot auszuschlagen?

Weist du etwas zurück, das man dir geben oder für dich tun möchte?

Nimmst du ein Kompliment nicht an?

Dann sieh dir dabei über die Schulter und vergib dir!

Egal, wie deine Annehme-Blockade sich zeigt. Werde dir ihrer bewusst und sei nachsichtig! Nimm in deiner Vorstellung dein inneres Kind in die Arme und tröste es liebevoll!

Nimm dich in all diesen Reaktionen liebevoll an! Vergib dir mit der Nachsicht, die du auch anderen selbstverständlich zukommen lassen würdest!

Und schenk dir selbst all deine:

  • Liebe,
  • Zuneigung,
  • Wertschätzung,
  • Bewunderung,
  • Hochachtung,
  • nerkennung,
  • Fürsorge
  • und Bestätigung …

… derer du fähig bist!

Aber nimm all das dann auch offenen Herzens an! Auch und gerade von dir selbst!

Am besten machst du das vor einem Spiegel. Auch wenn du dir dabei höchst merkwürdig vorkommst 😊!

So kann und wird nach und nach Heilung geschehen.

 

Rückfälle dürfen sein!

Hast du zwischendurch Rückfälle?

Und fällst ab und zu wieder aus deiner Eigenliebe?

Scheint dir die Fähigkeit, dich selbst in deinem So-Sein anzunehmen abhanden zu kommen? 

All das heißt nicht, dass du gescheitert bist! Das sind bloß kleine Rückfälle, die du dir nachsehen solltest!

Werde nicht wieder Opfer deines Perfektionismus! Erkenne das Muster dahinter und vergib dir! Vergib dir, dass du nicht immer all das, was du weißt, leben und eins zu eins umsetzen kannst! Niemand kann das.

Gib dich auch einmal mit neunzig Prozent zufrieden 😊!

 

Fazit

Heute ging es um das Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen. Ich habe es in Bezug zu unserer Atmung gesetzt, um dir ein Aha-Erlebnis zu vermitteln:

„Aha, ich kann auch nicht NUR ausatmen! Also sollte ich auch nicht nur geben wollen, sondern auch lernen, anzunehmen!“

Ist es mir mit meinen Anregungen gelungen, dir zu helfen, etwas mehr Gerechtigkeit in dein Leben zu bringen?

Dann freut es mich sehr!

Denn ich glaube, die Welt braucht generell mehr Ausgleich zwischen Geben und Nehmen…