Kommunikation als HSP – eine hoch komplexe Herausforderung!

kommunikation als HSP

Hochsensible und hochsensitive Kommunikation – was ist das Besondere daran?

In diesem Beitrag reflektiere ich die zahlreichen Besonderheiten hochsensibler, hochsensitiver Kommunikation.

Kommunikation, vor allem die verbale, ist bei HSP oft ziemlich störungsanfällig. Zahlreiche verschiedene Faktoren spielen da mit herein, die wir alle berücksichtigen müssen.

Sonst können wir das, was wir sagen wollen, nicht reibungsfrei vermitteln. Und können das, was uns mitgeteilt wird, nicht störungsfrei empfangen.

 

Was dich in diesem Beitrag erwartet:

  • Hochsensible Kommunikation
  • Hochsensitive Kommunikation
  • Verbale Kommunikation
  • Nonverbale Kommunikation
  • Assoziationen in der Kommunikation
  • Wahrnehmung der Gestimmtheit
  • Was spielt in der Kommunikation zwischen HSP alles mit?
  • Hoch komplexe Kommunikation
  • Wie geht reibungsfreie Kommunikation zwischen HSP?
  • Gewaltfreie Kommunikation

 

Hochsensible und hochsensitive Kommunikation

Hast du auch schon diese Erfahrung gemacht?

Kommunikation zwischen HSP ist um vieles komplexer als die normal sensibler und sensitiver Menschen. Und damit ist sie natürlich auch komplizierter und störanfälliger.

Ich erlebe das immer wieder. Und möchte hier einige meiner Gedanken zu diesem Thema mit dir teilen. Vielleicht inspiriert dich ja der eine oder andere. Dann verläuft deine Kommunikation in Zukunft befriedigender.

Kommunikation geht bei allen Menschen weit über den bloß verbalen Austausch hinaus. Wenn du je ein Kommunikations-Trainings mitgemacht hast, weißt du das.

Nicht einmal 15 % deiner Kommunikation laufen verbal ab. Während über 85% der Kommunikation nonverbal funktionieren.

Oder eben nicht funktionieren.

Das ist generell so, gilt für HSP jedoch ganz besonders. Weil Menschen mit erhöhter Sensibilität und Sensitivität nonverbale Signale viel stärker wahrnehmen.

Das liegt einerseits an ihrer Hochsensibilität und Hochsensitivität. Andererseits aber an der (zumeist) Dominanz ihrer rechten Gehirnhälfte.

In dieser hat die nonverbale Verständigung ja quasi ihren Hauptsitz. Während unsere verbalen Sprachzentren in der linken Gehirnhälfte sitzen. Mehr dazu kannst du übrigens auch in meinem HSP-Buch nachlesen.

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Reduktion auf Worte

Hast du schon einmal versucht, einen emotionalen Konflikt nur schriftlich zu klären?

Über Email, SMS oder WhatsApp?

Ich denke, das hat jeder von uns schon einmal probiert. Oft ist es ja gar nicht anders möglich. Also haben wir wohl alle schon diese Erfahrung gemacht.

Und bei dieser Form des Austausches sind Missverständnisse geradezu vorprogrammiert.

Auch beim Einsatz von noch so vielen Emoticons 😊!

Einfach, weil bloß geschriebene Worte immer ein sehr weit gefächertes Bedeutungsspektrum haben können. Je nach Eloquenz, Bildungsstand, familiärer Sprachkultur, sozialem Umfeld und Belesenheit.

Es heißt: „die Botschaft entsteht beim Empfänger“. Und bis zu einem gewissen Grad ist das schon richtig.

Aber ich denke, da spielt noch etwas anderes Wesentliches mit herein. Die Resonanz zwischen den beiden Gesprächspartnern. Sie ist aus meiner Sicht enorm wichtig für das klaglose Funktionieren einer guten Kommunikation.

Wenn Menschen in Resonanz schwingen, dann funktioniert auch hoch komplexe Kommunikation. Wenn keine Resonanz da ist, dann führt schon der einfachste Austausch zu Problemen.

 

Assoziationen spielen in der Kommunikation mit

Wir haben zu jedem Wort ein Bild. Und meist auch spezielle Assoziationen. Vor allem aber eine damit verbundene Gefühlsnote.

Und all das gilt für HSP ganz besonders, weil unser Gehirn meist komplexer verschaltet ist.

Besonders wenn wir Scanner Persönlichkeiten sind. Mehr zum Thema Scanner Persönlichkeit findest du unter diesem Link.

scanner peersönlichkeit

Ich persönlich habe zu jedem Begriff auch immer eine Geschmacksnote mit dabei. Was daran liegt, dass ich Synästhetikerin bin. Auch zum Thema Synästhesie findest du hier übrigens einen Artikel

Nehmen wir an, ich schreibe das Wort „Baum“. Dann verbindest du beim Lesen ein anderes Bild damit, als ich beim Schreiben. Aber auch als alle anderen Leser/innen dieses Artikels.

Und vor allem das Gefühl, das du damit verbindest, wird anders sein. Je nachdem, welche Erfahrungen du mit dem Begriff “Baum” verbindest.

Noch markanter ist der Unterschied vermutlich, wenn ich „Krokodil“ schreibe. Und du dieses Wort liest.

Ebenso bei Worten wie „Regenbogen“, „Schwein“ oder „Wasserfall“. Aber auch bei auch „Freiheit“, „Siebenschläfer“ oder „Liebe“…

 

Informierte Wasserkristalle

Kennst du die Experimente von Masaru Emoto?

Er hat die verschiedenen Kristalle erforscht, die Wasser bildet. Und zwar je nachdem, welches Wort auf dem Glas steht, in dem es aufbewahrt wird.

Offenbar sind Worte also Schwingungen. Schwingungen, die Wasser “in-formieren” können. Ihm also eine bestimmte Form (der Kristalle) aufprägen.

Wobei sich die Schwingung aus der Bedeutung ergeben dürfte, die der Schreiber in das Wort legt.

Informieren wir beispielsweise Wasser mit dem Begriff „Dummkopf“. Dann macht das in Japan ganz hässliche Kristalle.

Aber ich vermute, bei uns wäre das nicht ganz so schlimm. “Dummkopf” klingt hierzulande nicht so böse. Hier sind weit ärgere Begriffe im Umlauf.

Die japanische Kultur ist generell zurückhaltender. Dort kann ein Begriff, der bei uns bestenfalls ein Lächeln auslöst, Stress auslösen. Und damit das Wasser intensiver informieren als hierzulande.

Übrigens gehe ich davon aus, dass auch Masaru Emoto eine HSP war.

 

Rein verbale Kommunikation

In rein verbaler schriftlicher Kommunikation reduzieren wir uns auf die Übermittlung von Worten. Und die lösen in jedem von uns unterschiedliche Reaktionen und Gestimmtheiten aus.

Dies vermutlich auch nicht immer gleich. Wer weiß, ob etwa der Begriff „Schwein“ dir heute nicht ein anderes Gefühl vermittelt als vor fünf Jahren. Oder in zehn Jahren.

Ein lieber Freund war wochenlang auf mich böse, weil ich ihn im Spaß „Schwein“ genannt hatte. Mit diesem Begriff hätte ich absolut kein Problem, wenn jemand ihn mir im Spaß zuordnet!

Wie geht es dir damit?

 

Nonverbale Kommunikation

Nun gehen wir einen Schritt weiter: bereits am Telefon käme die akustische Note hinzu. Nun könnte ich dir die oben genannten Worte mit einer speziellen Betonung zuflüstern. Oder entgegen schreien.

Dann hättest du vermutlich ganz andere Assoziationen dazu als bloß in der schriftlichen Kommunikation.

Und wenn wir noch einen Schritt weiter gehen, befinde ich mich in deiner Nähe. Dann könnte ich dir diese Worte in verschiedener Betonung und mit der entsprechenden Mimik sagen. Oder zuflüstern.

Ich könnte sie dir aber auch wieder entgegen schreien. Mit völlig unterschiedlicher Betonung. Und Körpersprache.

All das würde eine jeweils völlig unterschiedliche Gestimmtheit in dir erzeugen. Und heute vielleicht anders als vor fünf Jahren oder in zehn Jahren.

 

„Ich hör´, ich hör´, was du nicht hörst!“

Gehen wir davon aus, dass du nicht nur hochsensibel, sondern auch hochsensitiv bist. Dann würdest du – über meine Worte hinausgehend – auch meine Gestimmtheit wahrnehmen. Oder auch deine eigene Gestimmtheit, die du auf mich projizierst.

Und wenn du meine Gedanken lesen kannst, nimmst du vielleicht sogar noch mehr wahr. Nämlich mein diese Worte begleitendes Denken.

Vielleicht ahnst du sogar all die Assoziationen, die während unseres Gespräches durch meine Hirnbahnen huschen.

Was dir zweifellos ein anderes Bild und ein anderes Gefühl vermitteln würde.

Diese Wirkung wäre übrigens eine andere, wenn ich nicht auch hochsensibel und hochsensitiv wäre. Wäre ich eine normalsensible Persönlichkeit, hätte ich auch eine andere Ausstrahlung.

Aber vor allem wäre mein Denken lange nicht so komplex.

Fassen wir also zusammen!

kommunikation

 

Was spielt in Kommunikation von HSP alles mit?

Worte
  • die Worte mit ihrer jeweils allgemeinen und individuellen Bedeutung
  • und die dadurch ausgelösten Trigger
  • sowie die durch diesen Trigger ausgelösten weiteren Assoziationsketten
  • die persönlichen Assoziationen zu den Worten
  • und die dadurch ausgelösten Trigger
  • sowie die durch diesen Trigger ausgelösten weiteren Assoziationsketten
  • die Assoziationsketten, die durch die verwendeten Worte ausgelöst werden
  • und die dadurch ausgelösten Trigger
  • sowie die durch diesen Trigger ausgelösten weiteren Assoziationsketten
Akustik
  • die Akustik – der Klang der Stimme, der Tonfall, die Lautstärke
  • und die dadurch ausgelösten Trigger 
  • aber auch die durch diesen Trigger ausgelösten weiteren Assoziationsketten
Optik
  • die Optik – Gesichtsausdruck, Gestik, hell/dunkel, Umfeld
  • sowie die dadurch ausgelösten Trigger
  • und die durch diesen Trigger ausgelösten weiteren Assoziationsketten
Geruch und Geschmack
  • Geruch und Geschmack können real beteiligt sein (zb Gespräch beim Essen…)
  • oder auch assoziiert werden
  • die dadurch ausgelösten Trigger
  • und die durch diesen Trigger ausgelösten weiteren Assoziationsketten
Ausstrahlung
  • gegenseitig wahrgenommene Ausstrahlung über das Herzfeld
  • die dadurch ausgelösten Trigger
  • sowie die durch diesen Trigger ausgelösten weiteren Assoziationsketten
Telepathie
  • telepathisch abgezapfte Gedanken
  • die dadurch ausgelösten Trigger 
  • und die durch diesen Trigger ausgelösten weiteren Assoziationsketten

und so weiter…
 
Wird dir langsam schwindlig?

 

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Worte

Das Wort Bär hat für dich eine andere Bedeutung als für mich. 

Es erinnert dich an einen Bären, vor dem du Angst hattest.

Die erinnerte Angst löst weitere Assoziationsketten aus.

Und erinnert dich an andere Ängste.

Die dich wiederum triggern.

Und weiteren Assoziationsketten in Gang setzen.

Et cetera…

Mich erinnert das Wort an eines meiner Lieblingsbücher: “Bolke der Bär”.

Darin Rettet Bolke seine Bärenschwester aus dem Zirkus.

Was allerlei Zirkus-Assoziationen hervorruft…

 

Hoch komplexe Kommunikation bei HSP

Siehst du, wie ungemein komplex sich die Kommunikation zwischen HSP gestaltet?

komplexe kommunikation

Bei diesen Menschen kommen zu den Worten nicht nur die Mimik, die Gestik und die Betonung hinzu. So wie bei allen anderen Menschen auch. Hinzu kommen da noch alle möglichen Assoziationen und Assoziationsketten. Und Trigger, die dadurch jeweils ausgelöst werden.

Aber auch die Gefühlslage des Senders in der Begegnung mit der des Empfängers. Und die diese Kommunikation begleitenden Gedanken.

Die dem Gespräch sinnverwandt sein können, aber nicht unbedingt müssen. Und zwar jeweils bei beiden.

Denn bei beiden Gesprächspartnern werden in der Kommunikation Trigger ausgelöst. Und Assoziationsketten in Gang gesetzt.

Die jeweils in eine völlig andere Richtung gehen und weitere Trigger auslösen können. Und Assoziationsketten. Zumindest bei Scanner Persönlichkeiten.

Und all das empfängt jemand, der Gedanken lesen kann, natürlich mit. Ob ihm das nun bewusst ist oder nicht. Denn auch diese Tatsache spielt hier wesentlich mit.

 

Abschweifende Gedanken

Ist dir dieses Phänomen schon einmal aufgefallen?

Dass du während des Gespräches über ein Thema an etwas ganz anderes denken kannst?

Das liegt daran, dass meist irgendwelche Assoziationen mit herein schwingen. Wodurch wiederum Trigger ausgelöst werden. Die weitere Assoziationsketten in Gang setzen können.

Und all das strahlen wir natürlich auch über unser Gedankenfeld aus. Ebenso wie die weiteren Assoziationsketten, die sich daraus entwickeln. Und die auch wieder Trigger auslösen können, mit denen wir uns gegenseitig auch beeinflussen…

 

Wie geht reibungsfreie Kommunikation zwischen HSP?

Ist es nicht interessant, sich einmal all die Prozesse vor Augen zu führen?

Diese hoch komplexen Prozesse, die im direkten Austausch zweier HSP ablaufen?

Ich denke, reibungsfreie Kommunikation braucht besonders unter HSP viel Achtsamkeit. Erst dann wird sie befriedigend sein.

Daher sollten wir all die Faktoren mit einbeziehen, die hier zum Tragen kommen. Und möglichst immer wieder die Richtigkeit der eigenen Wahrnehmung hinterfragen.

Manchmal wundere ich mich…

Wie kann angesichts all dessen je ein Gespräch zu einem sinnvollen Ergebnis führen?

Ja vielleicht sogar zu beidseitigem Verständnis?

komplexe kommunikation
Komplexe Kommunikation

 

Gewaltfreie Kommunikation

Eine spezielle Kommunikation, die sich für HSP besonders eignet, ist die „Gewaltfreie Kommunikation“ von Marshall Rosenberg.

Bei dieser ist Empathie die Basis für einen wertschätzenden Umgang miteinander. Und das kommt HSP natürlich sehr entgegen.

Ziel dabei ist es, dass sich alle Gesprächspartner wohl und angenommen fühlen. Und zwar sowohl im Alltag als auch in der Therapie oder in der Lösung von Konflikten. Auf diese Art wird der gedankliche Austausch wohltuend harmonisiert.

Im Vordergrund steht das aktive Zuhören. Und es geht sowohl im Zuhören als auch im Ausdruck vorwiegend um Gefühle. Jene Gefühle, die hinter den Reaktionen stehen. Und die Bedürfnisse, die die jeweiligen Handlungen bedingen.

 

Marshall Rosenberg

Übrigens gehe ich davon aus, dass auch Marshall Rosenberg eine HSP ist. Und gefühlsmäßig scheint er mir auch ein alleingeborener Zwilling zu sein. Nach all dem, was ich von ihm und über ihn gelesen habe, dürfte das evident sein.

Mehr darüber findest du übrigens auch in meinem Buch “Alleingeborener Zwilling”.

alleingeborener zwilling

Jedenfalls lege ich dir die gewaltfreie Kommunikation wärmstens ans Herz. Es ist eine höchst wertvolle Technik, die viel bekannter werden sollte.

 

Fazit

In diesem Beitrag ging es mir um die Vielschichtigkeit der Kommunikation. Generell, vor allem aber unter HSP.

Dabei wollte ich dich auf die ungemein komplexen Prozesse hinweisen. Sowie auf die zahlreichen Wechselwirkungen in der Kommunikation.

Bereits in rein verbaler Kommunikation. Vor allem aber auch in der direkten Begegnung.

Achte in Zukunft etwas bewusster auf all das, worauf ich dich hier hingewiesen habe.

Gelingt es mir, deine Kommunikation fruchtbarer zu gestalten?

Und harmonischer?

Dann freut mich das!